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Karos Weihnachtsland

Die vergessenen Geschenke - Eine Weihnachtsgeschichte von der Autorin Brigitte Sahr

Findet ihr nicht auch, dass Geschenke etwas ganz Tolles sind? Dann könnt ihr sicherlich genauso wenig verstehen, wie ich, wie man sie vergessen kann!Trotz  alledem ist genau das passiert. Wie das geschehen konnte, werde ich euch jetzt einmal erzählen. Es war in einem großen Mietshaus, in dem zehn Familien wohnten und es war  -  natürlich  -  am Heiligabend! Die meißten Familien hatten ihre Geschenke schon lange eingekauft und schön verpackt. Die einen versteckten sie bis zur Bescherung im Kleiderschrank, in der Garage, im Wäschetrockner, unter dem Bett, in der Wäschetruhe oder auch im Keller. Wo habt ihr eure denn  versteckt? Keine Angst, ich werde es nicht verraten! Nun gab es in diesem Mietshaus eine Familie, die sich für was ganz Besonderes hielt. Stellt euch bloß mal vor. Alles, was diese Familie hatte, machte oder sagte, sollte etwas ganz Ausgefallenes sein. Das Schlimmste war jedoch, dass sie auch noch alles besser wusste und konnte als alle anderen! Fehler machte sie natürlich auch keine. Nun hatte diese Familie natürlich ihre Weihnachtsgeschenke schon lange vor den anderen eingekauft und das Geschenkpapier, in dem sie diese einwickelten,  gab es natürlich auch nur einmal auf der Welt. Es waren aber so viele Geschenke, dass es gar nicht so viele Verstecke in der Wohnung gab. Also wurden sie auch noch im Keller und auf dem Speicher versteckt. Nun war endlich Heilig Abend! Der Gänsebraten war auch schon fast fertig. Der Weihnachtsbaum stand ebenfalls fertig geschmückt im Wohnzimmer. Er war so groß, dass seine Spitze bis an die Zimmerdecke reichte. Nun müßt ihr aber nicht denken, der Baum sei grün gewesen. Oh nein, er war pechschwarz. Die Kugeln waren auch nicht rund, sondern  7  1/4 eckig. Habt ihr schon einmal  7 1/4 eckige  Weihnachtskugeln gesehen? Dann seid ihr genauso klug wie ich, ich nämlich auch nicht und ich habe schon eine Menge Fantasie! Ach, halt!!! Ich habe euch die Familie ja noch garnicht vorgestellt! Das muss ich aber sofort nachholen. Also  -  das waren Vater und Mutter
Kuriobrimborienosiafritasanositus und die drei Kinder hießen Kunigundikus, Elfridikalia und Eusebiatala. Sind doch tolle Namen oder? Tut mir aber einen Gefallen: Sprecht sie nicht zu oft aus, sonst brecht ihr euch noch die Zunge!
Der Weihnachtsbaum war also schon fertig geschmückt und um ihn herum die vielen bunten Geschenke verteilt.
Die Bescherung konnte beginnen.Die drei Kinder waren schon schon ganz zappelig vor Aufregung und wollten endlich ihre Geschenke auspacken." Nun seid doch nicht so ungeduldig", meinten die Eltern, " es geht doch gleich los!" Dann war es soweit! Die Kinder stürzten sich auf ihre Geschenke und waren erst einmal vollauf mit Auspacken beschäftigt. Hier und da klang ein Freudenschrei. Auch die Eltern packten ihre Geschenke aus, doch etwas ruhiger. Nach einer Stunde waren alle Geschenke ausgepackt und selbst die drei Kinder waren zufrieden. " Nun lassen wir uns den guten Gänsebraten schmecken", sagte die Mutter. "Setzt euch  an den Tisch, sonst wird alles kalt.  Später könnt ihr dann mit euren neuen Sachen spielen!" Als alle satt waren, spielten die Kinder mit ihren Sachen und die Eltern tranken ein gutes Glas Wein. So verging der Abend und als alle müde waren,  gingen sie schlafen. Morgen war ja auch noch ein Tag. Die drei Kinder schliefen auch sofort ein und träumten von den vielen schönen Geschenken. Mitten in der Nacht gab es ein fürchterliches Getöse und Gepolter! Die Eltern sprangen aus ihrem Bett und liefen hinüber ins Kinderzimmer. Nichts war zu sehen. Die Kinder lagen friedlich in ihren Betten." Woher kam denn der Krach?", meinte die Mutter, "die Kinder waren es auf jeden Fall nicht!" Auch der Vater war ratlos. "Seltsam",  meinte er. " Wo soll das denn gewesen sein? Vielleicht bei unseren Nachbarn?" - " Das glaube ich nicht",  sagte die Mutter, " Die sind doch gar nicht zu Hause!" Beide gingen zurück in ihre Betten. Sie waren wohl gerade eingeschlafen,  als das Getöse und Poltern von vorne begann. " Nun ist aber Schluss!" rief der Vater und machte das Licht an.  Alles war still. " Kam der Lärm nicht vom Speicher?  Mir war so."  sagte die Mutter. Der Vater lauschte.  Nichts! " Ich werde einmal nachsehen!", meinte er und griff zur Taschenlampe. " Pass aber auf", rief die Mutter ihm besorgt nach." Wer weiß,  was da los ist." - " Ach was",  winkt der Vater ab, "was soll da schon los sein?!" Er stieg hinauf auf den Speicher. Es war stockdunkel. Er leuchtete mit der Taschenlampe in jeden kleinsten Winkel  - nichts! Er wollte gerade die Treppe wieder heruntersteigen, als ihm etwas um die Ohren flog! Dann noch einmal - und noch einmal  -  und noch einmal! Dabei  verursachte es einen ohrenbetäubenden Lärm. Der Vater legte sich schnell  flach auf den Boden und hielt sich den Kopf fest. Ja, wa sollte das denn???? Das hatte er ja noch nie erlebt! Und immer wieder machte es : SSSSSSTTTTT - SSSSSSSSTTTT - SSSSSSSSTTTTTT! Und jedes Mal klatschte dabei etwas gegen seinen Kopf. Der Vater konnte nichts machen, er  musste die Mutter  zur Hilfe rufen." Komm doch mal schnell rauf",  rief er, " hier spukt es!". Die Mutter war schon auf der Treppe und brachte einen dicken Knüppel mit. " Wo bist du?" fragte sie,  "und was ist hier eigentlich los?"
Dann sah sie ihren Mann auf dem Boden liegen. Aber noch etwas anderes sah sie, dass es sie fast umwarf! Um den Kopf ihres Mannes kreisten drei bunte Päckchen!  Immer rundherum. " Ja, was ist denn das?" rief die Mutter und war völlig sprachlos. Dann hörte sie Stimmengewirr: " Ihr habt uns vergessen, ihr habt uns vergessen! Wie könnt ihr uns nur am Heiligabend vergessen?   Wir waren so stolz und freuten uns schon auf die Gesichter der Kinder! Wie habt ihr uns nur vergessen können?" Nun hatten die beiden endlich begriffen und erinnerten sich:  Richtig! Wir hatten ja noch ein paar Geschenke auf dem Speicher versteckt! " Tut uns sehr leid",  sagte die Mutter,  " wir werden euch sofort mit nach unten nehmen. Ihr bekommt noch einen Ehrenplatz unter dem Weihnachtsbaum und morgen finden euch dann unsere Kinder und denken, dass sie euch gestern übersehen haben!" Die drei Geschenke beruhigten sich langsam und waren einverstanden.So nahmen die Eltern sie mit nach unten und legten sie unter dem Baum. " Trotzdem möchte ich gerne wissen, warum ihr deshalb so ein Theater machen musstet!", meinte der Vater ärgerlich, denn er hatte ein paar Beulen am Kopf abbekommen. " T h e a t e r ???" , riefen die drei Geschenke. " Ja, was hätten wir denn sonst tun sollen? Ihr hättet uns doch niemals geholt!" - " Na, ja",  lenkte der Vater ein. " Vielleicht habt ihr ja Recht .  Trotzdem finde ich,  dass ihr übertrieben habt! Seid wann fliegen Geschenke in der Luft herum  und können auch noch sprechen?" - " Tja",  sagte die Mutter, " man weiß ja nie, was in Geschenken so steckt!" Der Vater sah sie nur an und rieb sich die Beulen.

 
(C)Brigitte Sahr
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Karos Weihnachtsland
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Weihnacht
Ein herzliches und fröhliches,
aber auch besinnliches Weihnachtsfest
mit ein paar stillen Momenten und
ruhigen Tagen, mit Zeit für Liebe
und Freundschaften, für Familie und alles,
was einem lieb ist. Gemeinsamkeiten
genießen, in weihnachtlichen Düften
schwelgen, Zeit haben, gegenwärtig sein,
den Augenblick auskosten,
und sich ganz dem Sein der Zeit
überlassen ohne sich mit unnötigen
Gedanken an ein Morgen zu verlieren,
das noch nicht da ist.
Einfach nur sein und sich mit diesem Sein
vertrauensvoll dem Kommenden hingeben,
ohne Angst, aber mit viel Freude
und Leidenschaft für das, was wir gerade tun.
Glück und Gesundheit kommen
dann von ganz alleine.
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Für Dich
Einen Engel wünsch ich Dir,
der Dir unterwegs begegnet.
Einer komm und bleib bei Dir,
der Dir hilft und der Dich segnet.
Einen Engel wünsch ich denen,
die in Traurigkeit und Sorgen
sich nach Licht und Liebe sehnen,
einen Engel heut und morgen.
Einen Engel wünsch ich uns,
dass wir von ihm sehen lernen
und die hohe, schwere Kunst:
Leisen hören in dem Lärmen.
Einen Engel sende Gott
zu uns her in diesen Tagen,
dass wir seine Botschaft hören
und danach zu leben wagen.
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